Aus der Praxis für die Praxis: Fachzeitschrift für datenbasierte Unternehmensführu​ng und Controlling

04/25

Serie: 2. Leistung- und Wettbewerbskennzahlen

Thema 2: ICP-Wettbewerbsfaktor – Zwingende Basis für Wettbewerbsanalyse 

Grundsätzlich:

Eine effektive Unternehmenssteuerung ist die zentrale Grundlage für Erfolg, Risikominimierung und die notwendige Resilienz eines Unternehmens.

Sie ist nur dann möglich, wenn ein agiles und eng vernetztes Unternehmenscontrolling als Frühwarn- und Überwachungssystem etabliert wird.

Hierfür sind regelmäßige und aussagekräftige Soll-Ist-Vergleiche die grundsätzliche Basis. Diese stützen sich auf standardisierte Leistungs- und Wettbewerbskennzahlen, die aus einer modernen neuen Kosten- und Leistungsrechnung abgeleitet werden.

In dieser Serie präsentieren wir den letzten Entwicklungsstand der heute vorhandenen Leistungs- und Wettbewerbskennzahlen im Detail.

Grundsätzlich werden die standardisierten Leistungs- und Wettbewerbskennzahlen in die folgenden vier Bereiche eingeordnet:

  • Leistungs-Kennzahlen
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Krisenfestigkeit
  • Rentabilität

Besondere Herausforderung in der praktischen Umsetzung

Die Ermittlung der Ist-Situation erfordert eine komplexe IT-Unterstützung, da viele Faktoren nur durch aufwendige Analysen erfasst werden können. Eine weitere wesentliche Entwicklungsaufgabe bestand darin, die Sollgrößen aus der stets individuellen Unternehmenssituation abzuleiten und diese – falls erforderlich – in klar quantifizierte Zielgrößen zu übersetzen.

All dies war nur durch eine umfangreiche und sorgfältige Entwicklungsarbeit, auf Basis einer modernen Kosten- und Leistungsrechnung, möglich.

Die Basis für ein reales Unternehmenscontrolling war erst möglich durch eine moderne Kosten- und Leistungsrechnung, der Entwicklung standardisierter Leistungs- und Wettbewerbs-kennzahlen, der Entwicklung der dazu notwendigen Analysesystematiken, wie z.B. der Systematik für Wettbewerbsanalysen und die Bereitstellung der dazu befähigten komplexen IT-Unterstützung.

Die Summe der fehlenden aufwendigen Basisbausteines und einem zwingenden Paradigmen-wechsel war die Ursache, dass es bisher in den Unternehmen kein reales Unternehmens-controlling gab und die wichtige Unternehmenssteuerung damit nicht wirklich die notwendige Güte bisher hatte.

Praktische Umsetzung

In unserer Serie kommt das moderne BI-IT-Leistungsmanagement-System des Fachunternehmens Valueforce zum Einsatz, das neben dem Einsatz der modernen Kalkulationsmethodik ‚Parallele Kostenträgerkalkulation Enterprise mit Arbeitsplatzraten‘ auch alle genannten Basis-Vorsetzungen erfüllt.

Beispiel- und Ausgangspunkt wurde das KME-Durchschnitts-Unternehmen mit dem Standort Deutschland/ NRW herangezogen, das speziell für den globalen Wettbewerbsvergleich von internationalen Wirtschaftsregionen im Auftrag des Arbeitgeberverbands entwickelt wurde.

Dieses Unternehmen repräsentiert den Durchschnitt der Kunststoff-, Metall- und Elektroindustrie.

Leistungs- und Wettbewerbskennzahlen in einem dazu notwendigen IT-Umfeld, dem modernen Enterprise-Performance-Management-System (EPM-S):

Thema 2: ICP-Wettbewerbs-Differenz

Für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, gerade in der Industrieleistung, ist es von ganz zentraler Bedeutung seinen Wettbewerbsabstand mit höchster Güte genau zu kennen.

Er definiert in dem für das Unternehmenscontrolling, heute Enterprise-Performance-Management, zentralen Soll-Ist-Vergleich die Sollgröße.

Die zentrale Sollgröße wird in der heutigen Globalisierung aus einem externen Wert definiert.

Die Wettbewerbsanalyse war mit der alten bisherigen Methodik der Kosten- und Leistungsrechnung Theoretisch, wie auch praktisch nicht möglich.

Durch die Feststellung der groben Schwächen und Fehler der alten bisherigen Kosten- und Leistungsrechnung war eine grundsätzliche Neuentwicklung zwingend notwendig gewesen. Innerhalb des Lastenhefts wurde auch die Entwicklung der Methodik der Wettbewerbsanalyse aufgenommen und erarbeitet.

Das Grundprinzip besteht darin, das Unternehmen in seiner vorhandenen Struktur und Auslastungssituation hypothetisch in eine andere Wettbewerbsregion zu verlagern.

Dabei werden die Leistungsgrößen Unternehmensstruktur und Unternehmenssituation (normierte Auslastung 93%) gleich gehalten, während die dritte Leistungsgröße ‚Kosten-Faktor-Leistung‘ mit ihren vielen Standortfaktoren – wie Löhne, Gehälter, Personal-nebenkosten, Energiekosten, Raumkosten etc. – auf das lokale Niveau der Vergleichsregion angepasst werden.

 

Die ICP-Wettbewerbs-Differenz, auch DAC-Faktor genannt erfasst den Wettbewerbsabstand in % und in €, oder in der  gewählten Währung.

Aus dem ICP-Faktor-Vergleich lässt sich der Wettbewerbsabstand in Prozent und Euro (oder in anderen gewählten Währungen) je Leistungseinheit exakt ableiten.

(*) Der ICP-Faktor (International Corporate Performance-Faktor) definiert den Leistungseinsatz des Gesamtunternehmens im Verhältnis zum vorhandenen Ergebnis, also der Summe der vorhandenen Wertschöpfungsleistung in einer definierten Wirtschaftsperiode. Der direkte ICP-Wert eines Unternehmens allein ist aussagearm.

(**) DAC-Faktor: Divergence Average and Competition – Faktor

Die Unternehmenssteuerung hat jetzt die entscheidungssicheren Zielgrößen

Wir wünschen uns, dass wir deutlich machen konnten, wie essenziell ein fundiertes Unternehmenscontrolling für die sichere und erfolgreiche Führung eines Unternehmens ist und welche zentralen Mehrwerte Soll-Ist-Vergleiche mit standardisierten Leistungs- und Wettbewerbskennzahlen bieten.

Achtung:

Bitte vermeiden Sie die oft vorhandene Verwechslung zwischen Rechnungswesen, Controlling und Unternehmenscontrolling, dass durch diese Verwechslungs-Problematik heute auch Enterprise-Performance-Management genannt wird.